Mercredi Juin 21 , 2017
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Schwermetalle

ENERGIESPARLAMPEN:

UMWELT ODER GESUNDHEIT

Seit dem 1. September sind die klassischen Glühbirnen (100 Watt sowie alle matten Glühbirnen) europaweit verboten und demnach nicht mehr im Handel. Die weniger starken Glühbirnen 25W, 40W, 60W werden in den kommenden Jahren Folgen. Die Idee hinter diesem Verbot der Europäischen Kommission sind Energiesparmaßnahmen zum Zwecke der Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes.

Vom gesundheitlichen Standpunkt jedoch sind diese Energiesparlampen, an sich Weiterentwicklungen der Leuchtstoffröhren, nicht erst seit den letzten Wochen heftig umstritten.

1) Quecksilber

Technisch bedingt enthalten Energiesparlampen 1,5 bis 5 mg Quecksilber, das als Gas in der Leuchtstoffröhre enthalten ist. Im Fall wo eine Energiesparlampe zerbricht – und nur dann – entweicht dieses Quecksilber und führt zu einer vorübergehenden Belastung der Raum- und demnach der Atemluft.  Demzufolge sollten im Falle wo eine Energiesparlampe zu Bruch geht, die Fenster des Raumes erst einmal während 15 Minuten groß geöffnet werden um einen ausreichenden Luftaustausch zu gewährleisten. Anschließend sollten die gebrochenen Teile eingesammelt (Handschuhe tragen) und luftdicht verschlossen, möglichst außerhalb des Hauses entsorgt werden. Der Raum sollte danach weiterhin gelüftet werden.

Paradox erscheint, dass die Europäische Kommission einerseits Quecksilberhaltige Messgeräte wie Quecksilber-Thermometer oder –Barometer verbietet und andererseits dann Quecksilberhaltige Energiesparlampen einführt, auch wenn der Quecksilbergehalt wesentlich geringer ist. Immerhin sind in einem normalen Haushalt gut und gerne 50 bis 100  Glühlampen im Gebrauch.

Das Quecksilber stellt vielmehr ein Problem für die Umwelt dar, da es im Falle wo die Energiesparlampen nicht fachgerecht entsorgt werden, unweigerlich zu einer Belastung der Böden, Grundwasser und Lebewesen durch Quecksilber kommt.

Demzufolge kommt dem Recycling, beziehungsweise dem Einsammeln der kaputten Energiesparlampen beziehungsweise der diesbezüglichen Information eine sehr wesentliche Bedeutung zu. Tatsächlich werden zur Zeit knapp 10 bis 30% der verbrauchten Energiesparlampen recycelt (je nach Studie), der größte Teil der Energiesparlampen und folglicherweise des Quecksilbers landet in der Umwelt.

Die Befürworter der Energiesparlampen argumentieren, dass in Kohlekraftwerken bei der Stromerzeugung ebenfalls Quecksilber freigesetzt wird. Dieses Argument erinnert an die Entscheidung der Europäischen Kommission, das geplante Verbot von bromierten Flammschutzmitteln rückgängig zu machen mit dem Argument, dass die vorgesehenen alternativen Flammschutzmittel gesundheitlich ebenfalls nicht unbedenklich wären. Es kann nicht sein, dass der Hinweis auf das Risiko der Alternative das eigene Risiko rechtfertigt. Immerhin gibt es auch schonendere Methoden zur Stromerzeugung.

2) Hochfrequenz

Energiesparlampen geben im Gegensatz zu herkömmlichen Glühbirnen „hochfrequente“ Strahlung ab. Das stimmt im Prinzip, allerdings mit zwei nicht unwesentlichen Einschränkungen: zum ersten handelt es sich um eine Frequenz von 40 kiloHertz (vierzigtausend Hertz), was zwar fachlich korrekt als „Hochfrequenz“ zu bezeichnen ist, allerdings mit der viel diskutierten „Hochfrequenz“-Problematik des Mobilfunks (900 bis 2400 MegaHertz – also Millionen Hertz) nichts gemeinsam hat, auch nicht was die Auswirkungen auf die Gesundheit

Vorsichtshalber sollten Energiesparlampen aufgrund der geringen Entfernung nicht als Nachttisch- oder Bürostehlampen eingesetzt werden.

3)       Lichtspektrum

Der Mensch braucht natürliches Licht, unter anderem um Vitamin D zu bilden. Dieses natürliche Sonnenlicht zeichnet sich durch ein breites kontinuierliches Spektrum an Lichtwellen aus, zu vergleichen etwa mit einem Regenbogen der aus sämtlichen Farben, aber auch Zwischenfarbtönen besteht. Während herkömmliche Glühbirnen diesem breiten Farbspektrum relativ nahe kamen, weist das Licht der Energiesparlampen nur noch vereinzelte Lichtwellen auf, im Vergleich zum Regenbogen nur aus zwei bis drei Vollfarben bestehend. Dieses unnatürliche Lichtspektrum wird mit Gemütsschwankungen bis hin zu Depressionen in Zusammenhang gebracht. Eine krebserzeugende Wirkung, wie mancherorts behauptet, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen und entbehrt demnach jeder ernstzunehmenden Grundlage.

Interessanterweise tun sich Bevölkerungen der skandinavischen Länder (wo das natürliche Licht zumindest in den langen Wintermonaten reduziert ist) wesentlich schwerer mit den Energiesparlampen als diejenigen der südeuropäischen Länder, die praktisch unbegrenzt Sonnenlicht genießen.

Neueste Modelle der Energiesparlampen besitzen ein gegenüber früheren Modellen erweitertes Lichtspektrum ohne jedoch an die Glühbirne heranzukommen. Eine sinnvolle Alternative besteht in Halogenlampen oder Halogensparlampen, da diese Lichtquelle dem natürlichen Licht noch näher kommt als Glühbirnen.

4) Aufwärmephase

Ein weiterer Nachteil der Energiesparlampen besteht darin, dass sie eine Aufwärmphase benötigen, bis dass sie richtig hell leuchten. Diese Aufwärmphase kann je nach Modell zwischen einigen Sekunden und einigen Minuten varieren. Aus diesem Grund sind Energiesparlampen nicht zu empfehlen für kurzfristige Beleuchtungszeiten wie beispielsweise in Treppenhäusern. Hier besteht die Gefahr eines Unfalles aufgrund der mangelnden Helligkeit gerade in der Anfangsphase nach dem Einschalten des Lichtes.

Fazit

Energiesparlampen weisen demnach ein gesundheitliches Gefährdungspotential auf. Allerdings muss auf die sehr großen Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Modellen hingewiesen werden und es ist sicher nicht richtig von einer billigen Energiesparlampe auf sämtliche Energiesparlampen zu schließen, wie manch kritische Studie oder Bewertung es tut.

Von Einsätzen im Bereich von Treppenhäusern, in Bürolampen oder Nachttischlampen ist aus oben angeführten Gründen generell abzuraten.

Als sinnvolle Alternativen kommen Halogenleuchten und Halogensparlampen (besseres Lichtspektrum, kein Quecksilber, keine hochfrequente Strahlung, brauchen jedoch mehr Energie)  und in Zukunft auch LED-Leuchten in Frage (noch energiesparsamer und langlebiger als Energiesparlampen), auch wenn letztere noch nicht ausgereift und kommerziell einsetzbar sind. Demnach ist es nicht nötig Hamsterkäufe von Glühbirnen zu tätigen und diese im Keller zu horten.

Prinzipiell erscheint das Aufzwingen vom Maßnahmen und Änderungen, die ein gesundheitliches Risiko darstellen oder darstellen können und somit von diesem Standpunkt aus einen Rückschritt bedeuten als höchst fragwürdig. Eine vom Gesetzesgeber (in diesem Fall der Europäischen Kommission) aufgezwungene Maßnahme sollte den Mindestanspruch haben in jeder Hinsicht eine Verbesserung gegenüber  der Ist-Situation darstellen und darf auf keinen Fall auf Kosten der Gesundheit der Verbraucher gehen.

Die Tatsache, dass Energiesparlampen sich bislang auf freiwilliger Basis (immerhin gibt es sie seit Jahren zu kaufen) nicht gegen herkömmliche Glühbirnen durchsetzen konnten, zeigt, dass neben den Vorteilen wie Energiesparen und Kosteneinsparung durch Langlebigkeit auch Nachteile mit den Energiesparlampen verbunden sind, die die Verbraucher abschrecken.

Bessere Alternativen, die sowohl den ökologischen als auch den baubiologischen, sprich gesundheitlichen Anforderungen genüge tun gibt es in Form der LED-Leuchten. Man hätte besser daran getan die Entwicklung dieser Technologie zu fördern und voranzutreiben.

Der Stromverbrauch für die Beleuchtung im Haushalt beträgt 14% am gesamten Stromverbrauch. Ein weitaus größeres Einsparpotential besteht bei so genannten unnötigen Energiefressern, wie Fernsehgeräten, Satelliten-Anlagen, Fax-Geräten, Videorecordern, DECT-Telefonen, Computern- oder anderen Elektronikgeräten im Stand-By-Modus, Ladegeräten für Laptops oder  Mobilfunkgeräten im Leerlauf bei denen mehr als die Hälfte ihres Stromverbrauchs im Stand-By-Modus also völlig unnötig sind. Moderne Stereoanlagen besitzen keinen Schalter zum vollständigen ausschalten, sondern können lediglich in den Stand-By-Modus geschaltet werden. Demzufolge wäre es sinnvoller gewesen in diesem Bereich den Hebel zum Stromeinsparen anzusetzen, als in einem Bereich wo gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind.

Zu hoffen bleibt, dass der Verbraucher in  Zukunft die nötige Information und Aufklärung erhält damit die gebrauchten Energiesparlampen als Sondermüll ihren Weg in die fachgerechte Entsorgung (Recycling) finden und nicht zu einer massiven Belastung der Umwelt durch Quecksilber  beitragen.

Ralph  Baden

Diplombiologe, Baubiologe

 

Flyer "Energiesparlampen" zum runterladen:

https://www.dropbox.com/s/2iuat2t32z09vda/Energiesparlampen.pdf

 

 

"Die gesundheitlichen Risiken von Schwermetallen und anderen Metallen"

Bericht für die parlamentarische Versammlung des Europarates (Conseil de l'Europe) in Strasbourg

Doc. 12608

Das Dokument kann eingesehen werden auf der Seite des Conseil de l'Europe in Strasbourg: http://assembly.coe.int/DefaultF.asp

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