Mercredi Juin 21 , 2017
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Moisissures

Was sind Schimmelpilze?

 

Die rund 100.000 verschiedenen bekannten Pilzarten unterteilen sich in drei Gruppen: Schimmelpilze bilden die mit Abstand größte Gruppe. Daneben gibt es noch Hefepilze sowie Hautpilze. Die meisten Schimmelpilze sind nützlich für Mensch und Natur und zersetzen Aas oder fermentieren Milchprodukte zu Käse. Schimmelpilze spielen eine wichtige Rolle bei Gärungsprozessen, im Kompost, bei der Müllverarbeitung oder gar bei der Herstellung von Medikamenten wie Penicillium. Lediglich etwa 100 Arten sind hochgradig gesundheitsgefährdend für den Menschen.

 

Wo kommen Schimmelpilze vor?

Schimmelpilze brauchen zum Leben Feuchtigkeit und einen geeigneten Nährboden. Als Nährboden kommen alte organischen Materialien in Frage. Im Haus sind das Tapeten und Tapetenkleister, Farben, Holz, Papier, Textilien, Kunststoffe und Gummi, Wandputz, Leder, Staub, Blumenerde aber auch mineralische Baustoffe, bei denen carbonathaltige Materialien abgebaut werden.

 

Wachstumsfaktor Feuchtigkeit!

Wichtigster Wachstumsfaktor für die Pilze ist die Feuchtigkeit des Nährbodens. Die Feuchtigkeitsbildung in Wohnräumen entsteht einerseits durch die Nutzung des Gebäudes (Defekte an Wasserleitungen oder an Haushaltsgeräten, Duschen, Wäsche trocknen, Luftbefeuchter, ...) und andererseits durch die Beschaffenheit des Gebäudes selbst (Wärmebrücken, undichte Fenster, Türen, Dächer, Mauern Restfeuchte beim Neubau durch Baustoffe wie Gips, Mörtel, Beton, Estrich, ...). In einem Vier-Personen-Haushalt entsteht allein durch die Nutzung des Gebäudes pro Woche etwa eine Badewanne voll Wasser.

Probleme mit Schimmelpilzen entstehen wenn diese Feuchtigkeit nicht aus dem Gebäude entweichen kann, weil diffusionsdichte Materialien als Dämmung eingesetzt wurden, die Fenster aus luftdichtem Kunststoff oder Aluminium sind und wenn zusätzlich kein Luftaustausch stattfindet, das heißt wenn zu wenig gelüftet wird.

 

Was bewirken Schimmelpilze beim Menschen?

Schimmelpilze können die Gesundheit des Menschen auf verschiedene Art und Weise gefährden:

Mykosen sind Erkrankungsformen durch direkten Kontakt mit dem Pilz. Betroffen sind die Haut, die Augen, innere Organe wie Herz, Leber, Nieren, die Atmungsorgane, der Verdauungstrakt oder das zentrale Nervensystem.

Mykoallergosen sind allergische Reaktionen auf erhöhte Sporenkonzentrationen. Sporen sind die Fortpflanzungsorgane des Pilzes. Die mikroskopisch kleinen Sporen lösen sich vom Pilz ab und fliegen wie Staubteilchen in der Raumluft umher auf der Suche nach einem günstigen, feuchten Nährboden. Dabei besteht die Gefahr, dass der Mensch diese Sporen mit der Atemluft aufnimmt, und diese sich in den feuchten Atemwegen einnisten und zu einem neuen Pilz heranwachsen. Symptome einer pilzbedingten Allergie sind Schnupfen, Husten, Durchfall oder Erbrechen.

Mykotoxikosen sind Vergiftungen durch Mykotoxine. Mykotoxine sind giftige Stoffwechselprodukte, die bestimmte Schimmelpilze ausscheiden, um zu verhindern, dass andere Pilze oder Bakterien ihren Nährboden besiedeln. Diese Mykotoxine oder organischen Lösemittel stehen im Verdacht giftiger als alle anderen Lösemittel zu sein und verschiedene Krebsarten (z.B. Lungenkrebs) zu verursachen.

Bei gesunden Menschen werden in der Regel Infektionen durch Pilzsporen oder Mykosen durch die intakten Abwehrmechanismen vermieden. Gefährdet sind vor allem Personen, deren Immunsystem geschwächt ist durch Krankheit, Allergien, Alter oder andere Schadstoffe.

 

Was tun bei einem Schimmelpilzbefall?

Auf keinen Fall soll man Schimmelpilze mit Bioziden oder Fungiziden bekämpfen, da man so lediglich ein Gift durch ein anderes austauscht. Als Alternativen zu solchen "chemischen Keulen" bieten sich eine Reihe von bewährten Hausmitteln, wie hochprozentiger Essig, hochprozentiger Spiritus-Alkohol, medizinischer Alkohol oder eine Salmiakverdünnung an. Diese Maßnahmen können den Schimmelpilzbefall jedoch nur vorübergehend beseitigen, da die Ursache, nämlich die zu hohe Feuchtigkeit der Materialien nicht beseitigt wird. Eine dauerhafte Sanierung besteht stets in einem rückstandsfreien und großflächigen Entfernen der pilzbefallenen oder feuchten Stellen.

 

Wie vermeidet man Schimmelpilze?

Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass die Feuchtigkeit nach außen entweichen kann dadurch, dass man diffusionsoffene Materialien einsetzt und Dampfsperren vermeidet. Auch sollte man einen Neubau "überwintern" lassen, damit die Baufeuchte entweichen kann. Innen sollte man möglichst großflächig offenporige Materialien verwenden, die die Feuchtigkeit regulieren können. Schließlich sollte man auf ausreichende Lüftung achten, speziell im Frühjahr und im Herbst, wenn die Feuchtigkeit am meisten schwankt und so die Gefahr der Schimmelpilzbildung am größten ist.

 

Ralph Baden

Diplombiologe, Baubiologe

 
Schimmelpilzflyer zum runterladen:

 

http://www.a-sano.lu/

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