Verbot von Halogenleuchten

Seit dem 1. September sind Halogenleuchten europaweit verboten. Nach der klassichen Glühlampe vor einigen Jahren hat es nun also die Halogenleuchten erwischt.
Hintergrund ist, zumindest offiziell, dass man Energiesparen möchte und Halogenleuchten mehr Strom verbrauchen als Energiesparlampen oder LED-Leuchten. Dies „leuchtet“ soweit auch ein. Vom gesundheitlichen Standpunkt her geht das neue Licht jedoch relativ schnell „aus“. 

Genauer gesagt geht es um das Lichtsprektrum,das heisst die verschiedenen Farbanteile die das Licht besitzt und die je nach Leuchtmittel – Glühlampe, Halogenlampe, Energiesparlampe oder LED mehr oder weniger vom Sprektrum des natürlichen Lichtes abweicht.

Natürliches Licht wirkt auf die menschlichen Hormone ein. So ist das verminderte natürliche Licht im Winter massgeblich für die Winterdepression verantwortlich, den so genannten „Winterblues“. Die Medizin setzt demnach auch gezielt die „Lichttherapie“ ein. Natürliches Licht zeichnet sich aus durch ein volles und ausgeglichenes Farbspektrum , wobei sämtliche Farben des Regenmogens (sämtliche Wellenlängen zwischen 380 und 780 nm). In Gegenden mit wenig natürlichem Licht, beispielsweise den skandinavischen Ländern, steigt mit dem arktischen Winter (sechs Monate andauernde Nacht) die Anzahl an Depressionen.

Das natürliche Licht verändert sich im Laufe des Tages; so hat die helle Mittagssonne einen hohen Blaulichtanteil (kaltes Licht) während die Abendsonne für ein warmes Licht mit erhähtem Rotlichanteil bei stark reduziertem Blaulichtanteil sorgt.

Gesundes Licht ist demnach ein Licht  mit einem Farbspektrum, das dem natürlichen Tageslicht (daylight) möglichst ähnelt, unter anderem mit einem hohen Rot- und einem geringen Blaulichtanteil; das war früher die normale Glühlampe (incandescent) und das ist- oder demnächst war – die Halogenleuchte (halogen), wie die unten aufgeführten Lichtspektren verschiedener Leuchtmittel belegen.

Niedrigenergiesparlampen (fluorescent) haben ein sehr deutlich reduziertes Lichtsprektrum, das sich vom natürlichen Tageslicht extrem unterscheidet.

LED-Leuchten (cool white LED) unterscheiden sich ebenfalls deutlich vom natürlichen Tageslicht mit einem deutlich reduzierten Rotanteil sowie einem erhöhten Blaulichtanteil (cool white LED).

Gesundheitsschädigendes blaues Licht

Dieses blaue Licht spielt jedoch in Bezug auf die Gesundheit eine ganz besondere Rolle, weil die Zellen im Auge maßgeblich für blaues Licht empfindlich sind. Blaues Licht unterdrückt die Bildung (Synthese) von Melatonin, einem Körpereigenen Hormon, welches der Mensch nachts waährend dem Schlaf produziert und welches den Schlafrythmus des Menschen reguliert. So ist genau diese Melatoninausschüttung für den „Jetlag“ verantwortlich, den die meisten Menschen bei Reisen durch die Zeitzonen oder aber bei der Winter/Sommer-Zeitverstellung verspüren.

Blaues Licht am Abend verhindert demnach das „müde werden“ und verringert die Herstellung im Körper von Melatonin mitsamt seinen Vorstufen. Eine dieser Vorstufen ist übrigens das Serotonin, ein weiteres Hormon auch als „Glücklichmacher“ bekannt.

Blaues Licht ist zudem besonders energiereich und beispielsweise für das Verblenden verantwortlich. Wissenschaftliche Versuche haben gezeigt, dass eine übermässige Exposition an blauem Licht eine Degeneration der Zellen der Netzhaut (Retina) im Auge verursachen kann.

Die Hersteller von Smartphones haben das Problem mittelerweile erkannt und haben Filter eingebaut, die man aktivieren kann um das Blaulicht abends zu reduzieren.

Weitere gesundheitliche Effekte

Abgesehen von der Blaulicht-Melatonin-Auswirkung sind weitere gesundheitliche Effekte hinreichend bekannt. So zeigen Studien, dass eine vom Farbsprektrum ungünstige Beleuchtung in Klassenräumen zu Konzentrationsstörungen und zu einer höheren Fehlerquote führt.

Auch die Temperaturregulierung des Menschen ist vom einfallenden Licht abhängig.

Zehn Prozent aller Gene des Menschen machen morgens, abends und nachts nicht das gleiche. Se sind alle ganz fein abgestimmt, damit jedes zu einem bestimmten Zeitpunkt das macht, was es machen soll.“ So teilen sich Zellen zu einem ganz bestimmten und wiederkehrenden Zeitpunkt, was es in der Krebstherapie erlaubt Medikamente zielgerichteter und sparsamer einzu setzen und somit auch Nebenwirkungen so minimal wie möglich zu halten.

Mittlerweile gibt es jedoch weiterentwickelte LED-Leuchten, die ihr Farbspektrum zumindest ansatzweise dem natürlichen Licht angepasst haben, insbesondere mit einer erheblichen Reduktion des Blaulichtanteils. Man spricht von „warmen“ Led-Leuchten (warm light LED).

Fazit: die gesundheitlich unbedenklichen Glühlampen und Halogenleuchten, die dem natürlichen Licht weitgehend entsprachen sind verboten und mussten den energie-effizienten aber gesundheitlich zum grossen Teil problematsicheren Energiesparlampen und LED-Leuchten weichen (Dank an Brüssel).

Quecksilberhaltige Energiesparlampen mit einem sehr reduzierten und eintönigen Farbspektrum sowie ihren Elektrosmog aussendenden Vorschaltgeräten gehören in kein Gebäude – trotz Energieeinsparung.

Bei LED-Leuchten sollte auf die Blaulicht- Leuchten verzichtet werden und den wenn auch etwas teureren Vollspektrum-LEDs Vorrang gegeben werden.

Ralph Baden
September 2018